Willkommen auf unserer Webseite!

Wir verkaufen hochwertige biologische und ökologische Produkte möglichst aus der Region und aus fairem Handel. 

Besuchen Sie uns und überzeugen Sie sich von unserem Angebot. Verschaffen Sie sich einen ersten Eindruck von unserem Dorfladen und nutzen Sie unser Kontaktformular, um mit uns in den direkten Dialog zu treten.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Öffnungszeiten:
Mo bis Fr:  08:30-12:00 und 15:00-18:30
Samstag:  08:30-13:00
Sonntag:  Geschlossen

Über Auffahrt:
Mittwoch     8. Mai:    8.30-13.00
Donnerstag 9. Mai:   geschlossen
Freitag      10. Mai:    8.30-12.00 und 15.00-18.30
Samstag   11. Mai:     8.30-13.00










Herbst 23

Knuspriges und Knackiges zum 25-jährigen Bestehen!

Liebe Kund*innen
Gerne lassen wir Ihnen, wiederum Informationen zu Aktualitäten des Naturo Dorfladens Degersheim zukommen. Erstaunt haben wir festgestellt, dass wir uns in einem Jubiläumsjahr befinden. Im Jahr 1998 öffnete der Dorfladen erstmals seine Tür, damals noch unter dem Namen Claro. Nachdem der Wunsch nach mehr regionalen Produkten drängender wurde, löste sich der Verein vom Ladensystem Claro und erhielt den neuen Namen «naturo». So sind wir seit damals stets bemüht nicht nur biologische und faire Produkte anzubieten, sondern unser Sortiment mit regionalen Produkten stetig weiter zu entwickeln.

Unsere neuesten regionalen Zugänge sind die Brote von Joscha Lang aus Lütisburg, welche immer am Mittwoch angeboten werden, sowie die Sauerteigbrote von «Dölf und Doris», Oliver Burtschi aus Wolfertswil, welche nun am Freitagnachmittag auch im Naturo Dorfladen erhältlich ist.

Seit kurzem gibt es nun auch das Bio-Gemüse vom Biohof Mädertal aus Gossau im Naturo zu kaufen. Wir freuen uns Ihnen im Anschluss einen Einblick in das innovative Schaffen der Familie Bernhardsgrütter geben zu können.

Produzenten Interview Biohof Mädertal
An einem Herbstabend nach getaner Arbeit treffen wir uns in Gossau auf dem Biohof. Markus Bernhardsgrütter und Hund Pepsi zeigen uns den Bauernhof. Vorbei an den wiederkäuenden Kühen, den Ackerbaugeräten und angekommen in der Verpackungshalle unterhalten wir uns längere Zeit. Hier stehen Gemüse in Kistchen bereit und die Saisonboxen warten auf ihre Befüllung. Genüsslich mampfen wir an einer Snackpeperoni und wundern uns über die zahlreichen Farben und Formen der Wurzelgemüse.
In diesem Jahr waren die Pastinaken besonders angetan von der Witterung und gediehen prächtig. Einige dieser besonders grossen Exemplare aber mit kleinen Fehlern, warten in der Aussortierungskiste auf die Verfütterung an die Kühe. Markus berichtet, dass er weniger gerne melke und umso lieber Kreislauf-landwirtschaft betreibe. Der Dung aus der Kuhhaltung und Geflügelhaltung werde wieder für das Gemüse genutzt, wobei er in naher Zukunft statt Jauche lieber Bokashi produzieren werde. Diese energiereiche Masse hergestellt aus Mist und Gemüseabfällen eigne sich für die Düngung der Felder besser.
Als es langsam dunkel wird gehen wir ins Haus. Hier ist seine Frau Sonja Bernhardsgrütter gerade damit beschäftigt Jean den 14 Monate alten Sohn zu Bett zu bringen. Wir setzen uns an den Küchentisch und beginnen mit dem Interview.


naturo: Seit einiger Zeit haben wir Euer Sommergemüse bei uns im Sortiment, gerne möchten wir unseren Kunden*Innen einen Einblick in Euer Schaffen und Eure Produkte geben.
Möchtet Ihr Euch und Euren Betrieb gleich selbst vorstellen?

Markus: Ich heisse Markus Bernhardsgrütter bin 36 Jahre und bin hier auf diesem Hof aufgewachsen. Nach der Lehre als Landwirt auf einem Ackerbaubetrieb im Kanton Thurgau habe ich im Kompetenzzentrum für Agrar-, Lebensmittel- und Hauswirtschaft Strickhof die Höhere Fachschule abgeschlossen. Anschliessend arbeitete ich bei John Deere als Produktmanager für Futterbaumaschinen. Wir leben mit unserer Familie auf diesem Bauernhof, unser Sohn wird gerade von Sonja in das Bett gebracht.

Sonja kommt dazu und hat immer ein wachsames Ohr zum Babyphon von Jean.   Ganz neugierig fragen wir nach, welchen Beruf sie erlernt hat.
Sonja: Ich bin Seklehrerin für verschiedene sprachliche Fächer und arbeite in einem Pensum von sechzig Prozent an der Oberstufe in Flawil.

naturo: Wie habt Ihr angefangen?
Markus: Wir haben den Hof von meinen Eltern im Jahr 2017 übernommen und sind nun nach einigen Umstelljahren im ersten Jahr als anerkannter Biolandwirtschaftsbetrieb. Wir produzieren nach Vollknospe Bio und betreiben regenerative Landwirtschaft.


naturo:  Wie wird das Gemüse produziert?
Markus: Wir orientieren uns an einem Kreislaufdenken und achten auf eine durchdachte Fruchtfolge. Unser Ziel ist es eine hohe Nährstoffdichte zu erreichen, dies gelingt uns durch sorgfältigen Umgang mit dem Boden.

naturo: Was ist Euch wichtig?
Markus und Sonja: Wir betreiben eine nachhaltige Landwirtschaft, um so auch nachfolgenden Generationen etwas weiter zu geben. Wir wollen gute Lebensmittel mit vielen gesunden Nährstoffen möglichst direkt an unsere Kunden verkaufen. Im neuen Hofladen, am Wochenmarkt Gossau, mit der Saison-Box und der Lieferung nach Degersheim in den Dorfladen haben wir mehrere sehr direkte Verkaufskanäle. Dabei ist uns wichtig, dass die Produkte nicht nur nährstoffreich, sondern auch bezahlbar sind.

naturo: Welches sind Eure Herausforderungen?
Markus: Es ist schwierig alles unter einen Hut zu bringen, vor allem die zunehmende unnötige Bürokratie hält mich oftmals auf. Auch ist es immer wieder eine grosse Herausforderung gute Mitarbeiter*innen zu finden oder mit den Wetterextremen umzugehen.

naturo: Worauf seid Ihr besonders stolz?
Sonja: strahlt und erzählt von ihrem Hofladenprojekt; gerade eben haben wir unser Gartenhäuschen in einen Hofladen umgestaltet, der Verkaufsraum ist sehr schön geworden.
Markus: Auf die SaisonBox. Mit meinem Bruder, welcher Informatiker ist haben wir mehrere Apps für den gesamten Bestell-, Verpackungs- und Ausliefervorgang entwickelt. Im Franchising System können nun auch andere Landwirtschaftsbetriebe die Vorteile der SaisonBox nutzen. Es erleichtert den Produzenten*innen, Packer*innen und Fahrer*innen die Arbeitsschritte und besticht auch in der einfachen Nutzung der App durch die Kunden*innen.

naturo: Was interessiert Dich beruflich oder privat auch noch sehr?
Markus: Mich interessiert die wirtschaftliche Lage worüber ich mich gerne informiere. Auch tüftle ich gerne an der weiteren Elektrifizierung des Betriebes. Die Installation von Solarzellen und eine noch bessere Bewässerungsanlage sind meine nächsten Herausforderungen.

naturo: Was wünscht Ihr Euch von den Kund*innen?
Sonja: Ich wünsche mir, dass die Kund*innen vermehrt darauf achten saisonal und regional einzukaufen. Wir freuen uns über die zahlreichen Kund*innen, welche diese Einstellung mit uns teilen. Auch geniessen wir die schönen Rückmeldungen und Komplimente, welche wir immer wieder bekommen.

naturo: Welche Visionen habt Ihr für die Zukunft?
Sonja und Markus: Wir würden gerne noch mehr Saisonboxen ausliefern, denn es kommt nicht drauf an, wenn wir die Reihe bei der Aussaat etwas länger machen. Am Schluss muss die Rechnung stimmen. Auch wäre es schön den Hofladen etwas grösser zu machen und das Einkaufserlebnis noch attraktiver zu gestalten. Auch möchten wir näher bei den Kund*innen sein. Vor einiger Zeit organisierten wir einen tollen Kund*innen-Anlass und konnten mit ihnen über die Verpackung innerhalb der Saisonbox sprechen und so die Vor- und Nachteile von Karton oder Plastik diskutieren.

naturo: Herzlichen Dank für dieses spannende Gespräch über gesunde Lebensmittel und Eure innovative Arbeit!
Sonja und Markus: Schön, dass wir nach Degersheim liefern dürfen und wir nun schon eine ziemlich grosse Bestellung aussenden können.

Flüsternd verabschieden wir uns im Eingangsbereich, denn Jean scheint eingeschlafen zu sein. Genüsslich auf dem Rücken liegend lässt sich Hund Pepsi den Bauch massieren und freut sich mit seiner Bauernfamilie auf den wohlverdienten Feierabend.


Frühling 23
Toggenburger Naturseifen
An einem Nachmittag treffen wir uns in der Seifenmanufaktur in Lichtensteig. Im Charme des Städtchens mit engen Gassen und altehrwürdigen Häusern finden sich die grosszügigen Räume eines ehemaligen Archivs. Schon im Eingang der Manufaktur riecht es nicht nach verstaubten Akten, sondern drängt sich ein lieblich zitroniger Duft in das Bewusstsein. Gleich hinter dem Eingang reihen sich die gewellten Seifen Schulter an Schulter auf. Jede möchte beschnuppert werden. Aber natürlich geht es zuerst zum Hände waschen. ... Wo sonst, ist es ein wahrer Genuss sich der Handhygiene so ausgiebig hinzugeben?
Während Astrid für das Interview Kaffee bereit macht, gehen Julia und Angela den anderen zahlreichen Aufgaben nach.

naturo: Hallo Anita. Seit kurzer Zeit haben wir Eure Naturseifen bei uns im Sortiment, gerne möchten wir unseren Kunden*Innen einen Einblick in Eure Welt der Seifen geben.
Astrid: Hallo. Ja sicher, sehr gerne geben wir einen Einblick in unsere Manufaktur!


naturo: Zuerst können wir aber nicht über das Sehen sprechen, sondern über diesen lieblichen zitronigen Duft, der so intensiv in das Bewusstsein dringt!

Astrid: schmunzelt und erklärt sofort die Grundlagen von Duftzusammenstellungen. Ja genau! Das ist die Kopfnote, zitronige Düfte erkennen wir immer zuerst, diese schweben oben aus. Ein Duft hat immer eine Kopfnote, eine Herznote und eine Basisnote.

naturo: ganz erstaunt und voller Erkenntnis! Oha! Es geht also nicht nur um Hygiene, sondern auch um Düfte! Möchtest Du Dich und Deinen Familienbetrieb gleich selbst vorstellen?
Astrid: Ich heisse Astrid Nigg bin 61 Jahre alt. Ich bin im Toggenburg aufgewachsen und habe Coiffeuse gelernt und mich direkt nach der Ausbildung selbständig gemacht. Während der anschliessenden Familienzeit habe ich mich vermehrt dem Garten gewidmet. Für einige Zeit haben wir in den USA gelebt, zurück in der Schweiz haben wir ein toggenburger Bauernhaus umgebaut und Ziegen, sowie etliche Kleintiere gehalten. Hier interessierte ich mich immer mehr für den Garten mit den zahlreichen Pflanzen, speziell die vielen Kräuter wollten verarbeitet werden.

naturo: Wie hast Du angefangen?
Astrid: Wie oben erwähnt interessieren mich Kräuter sehr. Zusätzlich vertrug ich zu dieser Zeit konventionelle Kosmetikprodukte nicht gut. Bei einer Reise nach Österreich habe ich eine Naturseife in die Finger bekommen, worauf sich meine Haut erholen konnte. Vor 20 Jahren gab es in der Schweiz noch keine Naturseifen, so stellte ich sie mir mit meinen Kräutern, Lauge und Ölen selbst her. Ich habe viel ausprobiert und irgendwann hatte ich so viele, dass ich sie auf Märken verkaufte und bald schon ein Onlineshop eröffnete. Gleichzeitig machte ich in Uster bei Farfalla Schweiz in der Academia Valance die Ausbildung zur Naturkosmetikerin. Nach einigen Zwischenschritten sind nun beide Töchter mit dabei. Angi bietet in Basel mit Blick auf den Rhein Seifen-Workshops an und Julia und ich sind hier in Lichtensteig in der Manufaktur.

naturo:  Wie werden die Toggenburger Naturseifen produziert?
Astrid: Ein Viertel Kräuter auf drei Viertel Öl werden gemischt, kurz erwärmt und dann stehen gelassen. In diesen Ölauszug sind dann alle wichtigen Wirkstoffe hinübergegangen. Das Öl mischen wir danach mit einer Lauge und rühren es in einem riesigen Topf in Handarbeit. Kurz vor der Verseifung geben wir je nach Rezept weitere Zutaten wie zum Beispiel Milch oder Kräuter bei. Nun beginnt die chemische Umwandlung zu Seife. Da wir eine pflegende Seife herstellen berechnen wir etwas mehr Öl dieses Überschussöl bleibt auch nach der Aushärtung in der Seife enthalten. Geschnitten durch unsere einzige Maschine, sechs Wochen gelagert und verpackt von Hand sind sie nun sehr pflegend, duftend  und bereit für den Verkauf.

naturo: Was ist Dir wichtig?
Astrid: Mich interessieren natürlich die Natur und auch die Umgangsweise mit dem Klimawandel. Ich mache mir Gedanken wie ich mein Leben anpassen, vereinfachen und verkleinern kann.
Für unser Geschäft ist mir wichtig, dass wir nicht nur Rohprodukte aus schonendem Umgang mit der Umwelt einkaufen, sondern auch mit Lieferanten zusammenarbeiten, welche mit fairen Arbeitsbedingungen aufwarten können.
naturo: Welches sind Eure Herausforderungen?
Astrid: Für uns als Kleinbetrieb ist seit der Einführung des neuen Kosmetikgesetzes vieles aufwändiger geworden. Die saubere Dokumentation der geforderten Inhalte nimmt viel Zeit in Anspruch. Hier freut es mich umso mehr, dass meine Töchter nun mit dabei sind. Aber grundsätzlich ist Vieles rund um unsere Naturseifen herum sehr spannend und diese Herausforderungen machen die Arbeit lebendig.

naturo: Worauf seid Ihr besonders stolz?
Astrid: Darauf, dass wir bei der Handarbeit geblieben sind und auf die gute Qualität unserer Produkte. Die gute Qualität hat für mich einfach auch viel mit der Handarbeit zu tun!
Besonders freut uns, dass wir den Wakkerpreis von Lichtensteig erhalten werden. Anlässlich der Verleihungsfeier, werden wir am ersten Juli-Wochenende ein kleines Museum in unserem Eingangsbereich eröffnen. Dieses wird auch nach dem Fest tagsüber zugänglich sein und die Besucher in die Welt der Seifen entführen.
Während wir sprechen sind Julia und Angi emsig dabei dieses geheimnisvolle Museum zu planen und gestalten.

naturo: Was interessiert Dich beruflich oder privat auch noch sehr?
Astrid: Ich bin gerne in der Natur, gehe wandern und im Winter sieht man mich unterwegs mit Schneeschuhen. Gerne sammle ich dabei Dinge und eigne mir Wissen über Pflanzen, Kräuter und Pilze an.
Vor einiger Zeit war ich in Korsika... Astrid strahlt und es scheint als ob sie wieder über korsische Hügel streift und den duftenden Verlockungen der Natur nachspürt. ..dort konnte ich eine von Frauen geführte Destillerie besuchen. Dies war trotz Sprachbarriere ein Gespräch unter Frauen, welche die Begeisterung zu Düften und Pflanzen begleitet. Ich finde es schön, dass ich meine berufliche und private Leidenschaft leben kann und sie nicht trennen muss.

naturo: Was wünscht Ihr Euch von den Kund*innen?
Astrid: Es freut mich, wenn wir Rückmeldungen von Kunden*innen bekommen. Auch wenn bei einem Produkt etwas gestört hat, sind wir um diese Hinweise froh. Aber natürlich freuen uns über die positiven Rückmeldungen, welche im persönlichen Kontakt mit unserer sehr bewussten Kundschaft entsteht.

naturo: Welche Visionen habt Ihr für die Zukunft?
Astrid: ...ganz praktisch widmen wir uns aktuell den Vorbereitungen für unser kleines Museum im Eingangsbereich..
..und natürlich wäre es schön, wenn das Bewusstsein für einen sorgsamen Lebensstil und weniger Konsum noch mehr Menschen erreichen könnte.

naturo: herzlichen Dank Astrid, Julia und Angi für diesen spannenden Einblick in die Welt der Seifen und Düfte welche in der Manufaktur im Städli schwelgen! Eure Seifen sind nicht nur Hygiene, sondern auch sinnlich umhüllend und voller Leidenschaft!


Herbst 22

Liebe Mitglieder, liebe Kund*innen 

Die warme Zeit des Jahres neigt sich dem Ende zu, auf den Feldern und in den Gärten wird geerntet. Mit Wehmut betrachten wir wie die wärmende Sonne jeden Tag etwas kürzer scheint. Wir möchten Ihnen in dieser Zeit des Übergangs etwas Licht schenken. Deshalb laden wir Sie am Donnerstag 27. Oktober zu einer Feuershow bei der Villa Grauer ein. 

Unser Gemüselieferant Ernst Zuberbühler erntet in dieser Jahreszeit viel Gemüse. Im aktuellen Mitteilungs-Blatt lesen Sie ein Interview mit ihm. 

Auf der letzten Seite finden Sie die Ankündigung des Bioladentages, welcher ebenfalls Ende Oktober stattfindet. In diesem Jahr ermöglichen zahlreiche Bioläden an diesem Tag eine Reduktion um 10% auf den Einkauf.  

Nachdem wir Ihnen im Frühling einen Einblick in die Produktion des Irma-Brotes, welches immer am Freitag im Naturo verkauft wird, gegeben haben, folgt nun ein Interview mit Ernst Zuberbühler unserem langjährigen Gemüselieferant. 

 

Biobauer Ernst Zuberbühler

An einem Abend treffen wir etwas früher als vereinbart in Selenwilen ein. In Empfang nehmen uns die zwei jüngsten Mädchen. Ernst ist irgendwo auf dem Hof unterwegs. Die Zwillinge wohnen noch zuhause und gehen in die Kanti. Anina lernt gerade auf eine Physikprüfung, Jelena hat diese Prüfung schon hinter sich. Die Lernende mit rauchendem Kopf ist erfreut über eine Abwechslung. Sorgsam wie eine Barista bereitet sie einen Cappuccino zu, währenddessen unterhalten wir uns über Interessen und mögliche Berufswege. Nachdem die ersten Schaumhäppchen vom vorzüglichen Cappuccino genippt wurden, trifft Ernst ein. 

naturo: Hallo Ernst. Für uns zählst Du zu den Bio-Pionieren. Als langjähriger Lieferant und Mitbegründer des Naturoladens möchten wir gerne unseren Kunden einen Einblick in Dein Schaffen, Denken und Handeln als Biobauer und Mensch geben.
Ernst Zuberbühler: Hallo. Schön, dass ihr hier seid. Ich habe mich wohl vorbereitet, aber bestimmt wissen die Kunden schon Vieles, bin ich doch ein Ur-Degersheimer! 

naturo: Wir finden bestimmt noch ein paar Fragen die noch nie gestellt wurden. Möchtest Du Dich trotzdem vorstellen?
Ernst Zuberbühler: Sicher. Ich heisse Ernst Zuberbühler bin 56 Jahre alt und nun schon 32 Jahre Biobauer. Ich bin Vater von sechs Kindern und wohne schon immer in Degersheim. Obwohl unser Land direkt an Appenzell Ausserrhoden grenzt fühle ich mich voll und ganz als einheimisch. Zuerst habe ich die Ausbildung zum Landwirt gemacht. Anschliessend habe ich während zwei Jahren im Strickhof Module besucht. Dies war der zweite Biobauern-Lehrgang den es damals in der Schweiz gab. 

naturo: Wie wird das Gemüse produziert?
Ernst Zuberbühler: Wir produzieren nach Bio-Knopsen-Richtlinien. Wir nutzen fast keine Hilfsstoffe. Hie und da müssen wir jedoch trotzdem eingreifen um die Ernte nicht zu gefährden. In den mehr als 30 Jahren ist es erst ein Mal vorgekommen, dass wir nach einem starken Hagel gegen die Kohlraupe spritzen mussten.

Vor einigen Jahren habe ich zudem einen Kurs von der Landwirtschaftsschule Strickhof zum biodynamischen Landbau im Gutsbetrieb Rheinau bei der Demeterschule gemacht. Nun versuche ich nach Möglichkeit entsprechend dem Kalender vom Goetheanum die Arbeiten auszurichten. 

Naturo: Wie hast Du angefangen?
Ernst Zuberbühler: Mit achtzehn Jahren bin ich mit einem Freund nach Frankreich gereist. Auf einem Zeltplatz haben wir einen schweizer Biobauern kennengelernt. Während zwei Jahren habe ich dann bei diesem Bauern gearbeitet. Im Jahr 1989 haben wir den Hof übernommen, sogleich auf die Bioproduktion umgestellt  und begonnen Gemüse anzupflanzen. 

naturo: Was ist Dir wichtig?
Ernst Zuberbühler: Ich möchte gesunde Lebensmittel herstellen und verwende möglichst keine Hilfsstoffe. So dass es das ist was es sein soll; ein gesundes langsam gewachsenes Gemüse auf einem Boden, welcher nicht überdüngt wurde. Das Gemüse wird so auch besser lagerungsfähig und es ist für die Umwelt schonender. Schonend gehen wir auch mit dem Acker um und achten drauf möglichst wenig mit schwerem Gerät hinein zu fahren. Deshalb lesen wir zum Beispiel auch die Kartoffeln von Hand aus der Erde.

naturo: Welches sind Deine Herausforderungen?
Ernst Zuberbühler: Die Arbeiten im Büro werden immer zahlreicher. So müssen ziemlich alle Arbeiten fortlaufend dokumentiert werden, um den Vorgaben in den Verträgen entsprechend Rechenschaft ablegen zu können.

Herausfordernd sind die Tiere, wie Rehe, Schnecken und Mäuse. So geniessen die Rehe die angerichtete Tafel sehr gerne. Am liebsten mögen sie vom Zuckerhut die saftigen Spitzen. Wenn kein Zaun steht knabbern sie an jedem Salat oben ein bisschen ab. Ernst lacht und meint die Rehe könnten doch auch einfach einen Zuckerhut ganz fressen und dafür alle anderen stehen lassen.

Schwierig ist auch die Arbeitsbewältigung, je nach Wetter kann es vorkommen, dass gleichzeitig sehr viele verschiedene Arbeiten gemacht werden müssen.

naturo: Worauf bist Du besonders stolz?

Ernst Zuberbühler: Ich bin sehr stolz auf meine Kinder. Ich bin sehr dankbar, dass ich gesund bin und das was ich tue sehr gerne mache. Dieses Jahr freue ich mich besonders über den Hafer, welchen ich das erste Mal gepflanzt und mittlerweile schon geerntet habe. Diesen haben wir in Zusammenarbeit mit Xaver Amann produziert. Er wird dann nach dem Dreschen in der Unverpackt-Ecke des Naturo erhältlich sein. 

naturo: Was interessiert Dich beruflich oder privat auch noch sehr?
Ernst Zuberbühler: Ich interessiere mich sehr für Geschichte, Politik und Zukunftsvorstellungen. So bin ich gespannt was die nächste Zeit so bringen wird und wohin wir uns bewegen. In meiner Freizeit gehe ich Schlittschuhlaufen und Motorradfahren.

Naturo: Was wünscht Du Dir von den Kund*innen?
Ernst Zuberbühler: Wünschenswert wäre, dass noch mehr Kund*Innen biologische, saisonale und regionale Produkte kaufen. Auch finde ich es wichtig, dass ein Interesse für Ernährung besteht und sich die Menschen Zeit dafür nehmen. Ganz nach dem Motto: «Du bist was du isst». Bei naturbelassenen Lebensmitteln zeigt der Körper selbst an was er nun braucht. Der Gluscht auf ein bestimmtes Nahrungsmittel hat meist seine Berechtigung.

Auch lohnt es sich eingehend mit den verschiedenen Labels auseinanderzusetzen. Vertrauensvoll kann man sich dem Label der Bioknospe aus der Schweiz zuwenden. Hier wird nicht ein Jahr auf dem gleichen Acker herkömmlich produziert, gespritzt und gewühlt und im nächsten Jahr darauf Bio angebaut. 

Naturo: Welche Visionen hast Du für die Zukunft?
Ernst Zuberbühler: Ich stelle mir vor, dass wir alle unsere Ernährungsgewohnheiten verändern müssen. Dies ist wichtig und dies braucht es jetzt für die Umwelt. Zeit in die Ernährung zu investieren lohnt sich langfristig für alle.

Naturo: Herzlichen Dank für dieses spannende Gespräch! Wir haben nun einiges von einem engagierten Bio-Pionier gelernt, aber wir wissen noch nicht welche Gemüsearten Du alles anpflanzt, dies müssen wir dringend hier nachholen.
Ernst Zuberbühler: Ja und auch wann ich in den Naturo liefere. Ab Oktober bis Mitte April liefere ich am Dienstag und am Freitag das Gemüse: schwarzer Rettich, Ciccorino Rosso, mehrere Sorten Kartoffeln, farbige und orange Karotten, Pastinaken, verschiedene Randen, Bodenräben, Kohlräben, Weisskabis, Rotkabis, Wirz, Spitzkabis, Lauch, Zwiebeln, Sellerie, Zuckerhut, Chicorée, Chinakohl, Blumenkohl, Romanesco und Castelfranco ... Schmunzelt verschmitzt und meint:  «Nun können die Leser raten was Castelfranco ist». 

naturo – Newsletter März 2021

Unverpackt und Alles einmal rundherum!

Der Wunsch war gross und die Zeit ist reif, regionale, biologische und faire Produkte auch in unverpackter Form anzubieten. So machten sich das Ladenteam und der Vorstand des Vereins naturo Dorfladen auf den kurvigen, farbigen, kreativen, tollen, vernetzenden Weg, dieses Ziel zu verwirklichen und sind nun auf der Zielgeraden!

Die Idee «unverpackt»: In mitgebrachte Gläser, Gefässe und Stoffsäcke kann die gewünschte Menge der Nahrungsmittel abgefüllt werden. Der Trend des Einkaufens mit mitgebrachten Gefässen kann seit geraumer Zeit beobachtet werden. Einigen Konsumenten behagt die Aussicht auf sinkende Abfallberge, Anderen kommt die frei wählbare Einkaufsmenge entgegen. Gemeinsam ist, dass vor dem Einkaufen gut bedacht werden muss, welche Gläser, Taschen und Bienenwachstücher nun mitgenommen werden müssen. Aber auch für vergessene Füllgefässe haben wir eine Lösung. So werden im Verkaufsraum Baumwollsäcke und Gläser mit Dichtungsringen zu erwerben sein.  

Schon seit einiger Zeit sind im Laden Plaketten bei Produkten platziert, welche darauf hinweisen: «mich gibt es auch unverpackt!» So können z.B. Waschmittel, Nüsse, Käse und eingemachte Oliven bereits jetzt im Offenverkauf erworben werden.

Es gibt noch so Einiges zu tun, denn nicht nur der Bereich «unverpackt» wird neugestaltet, sondern auch das gesamte Sortiment überdacht und neu präsentiert. Dabei können wir auf die kompetente Mithilfe des Beratungsteams von Renaissance zählen, welches unser grösster Zulieferer «Biopartner» zur Verfügung stellt.   

Deshalb wird das Fachgeschäft für regionale, faire & biologische Produkte in Degersheim an drei Tagen geschlossen sein. Von Montag, 12.4. bis und mit Mittwoch, 14.4.2021 ist die Türe nur für Helfende geöffnet, dann wird mit fleissigen Helferinnen und Helfern gemeinsam mit den Mitarbeitenden aus dem Ladenteam und dem Vorstand gewerkelt, gestrichen, eingepackt, geschreinert und eingeräumt.

Anschliessend erwartet die Einkaufenden ein völlig neuer Verkaufsraum, in welchem die Stärken des naturo Dorfladen ins Zentrum gestellt werden. Schon im Schaufenster sind zahlreiche Food-Produkte aus dem Bereich biologisch, fair und regional zu erkennen und laden zum Geniessen ein.

Möglich wird diese Umgestaltung auch dank den grosszügigen Spenden der Kundinnen und Kunden, welche in den vergangenen Monaten das Spendenglas gefüllt haben.

Vielen Herzlichen Dank!

Am Samstag, 17. April 2021 feiern wir die Eröffnung des «unverpackt»- Bereichs und den neu gestalteten Verkaufsraum im naturo Degersheim! Dazu wird Pizza aus dem Lehmofen von den Schülerinnen und Schülern mit den Lehrpersonen der Monterana Schule zum Verkauf angeboten.

 

Seien Sie mit dabei und erkunden Sie das neue Einkaufsgefühl!